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Die Sonne geht auf und ein Hahn im Korb

"Trio Alba", das sind Livia Sellin, eine deutsche Geigerin, Chengcheng Zhao, eine chinesische Pianistin und Philipp Comploi, ein österreichischer Cellist. Einzeln ist jeder von ihnen ein lustiger und liebenswürdiger Mensch und hervorragender Musiker, zusammen werden sie als "junge Garde voll jugendlichem Elan und virtuosem Esprit mit mitreißendem Schwung" bezeichnet (Class:aktuell 2013/1).

Klassik4Kids traf die drei jungen Hoffnungsträger zum Interview und durfte eine sehr nette Zeit in angenehmer Plauderatmosphäre verbringen. Wir sprachen über Anfänge, über argentinisches Essen und Motivation im Kindesalter. Zusammengefasst können wir sagen, dass wir den steilen Erfolgsweg des Trio Albas verfolgen werden und wir schon in wenigen Jahren voller Stolz sagen können: "Wir haben schon immer gewusst, dass die es so weit bringen!"

Interview

K4K: Wie kam es zu dem Namen „Trio Alba“? Auf der Homepage liest man, dass der Name nach einem schwedischen Volkslied gewählt wurde, „Se solen sjunker“ – was auf Deutsch aber „die untergehende Sonne“ heißt. „Alba“ bedeutet doch aber „Morgenröte“? Wie passt das zusammen?

LS: Wir haben versucht, einen Namen zu finden, der einerseits zu uns passt und andererseits in allen Sprachen auszusprechen ist. In einem Stück fanden wir den Namen und dachten „Hey, das passt doch“.
PhC: Eigentlich war es doch mehr Zufall… Und „Alba“ ist auch das weiße Licht in der Morgen- und Abenddämmerung, daher fanden wir, es ist für uns auch ok.

K4K: Sie haben alle sehr früh angefangen, das Instrument mit einem gewissen „Ehrgeiz“ zu spielen. Wie war das für Sie?

ChZ: Ich habe mit fünf Jahren ein Spielzeugklavier bekommen, das nur über zwei Oktaven ging. Ich konnte bald viele Lieder nachspielen und so merkte meine Mutter, dass ich hier eine Begabung hatte und ließ mich unterrichten.

K4K: Ist es in China selbstverständlich, dass ein Kind ein Instrument spielt?

ChZ: Eher ja. Eltern wollen ihre Kinder so gut wie möglich fördern. Kinder müssen nicht, Eltern wollen aber, dass ihr Kind früh Musik macht, malt oder Ballett tanzt. Irgendetwas sollte es machen.

K4K: Fällt es Kindern leichter, etwas zu lernen, wenn es eh auch alle anderen Kinder machen? Wenn sie das Gefühl haben, dass das mehr oder weniger dazu gehört?

ChZ: Möglich. Aber eigentlich sind schon die chinesischen Eltern ehrgeizig. Für mich war es jedenfalls ein Vorteil. Talente werden früh erkannt.

PhC: Man weiß nie, ob es ein Vorteil oder ein Nachteil ist, wenn die Eltern ihre Kinder drängen, ein Instrument mit Konsequenz und Gewissenhaftigkeit zu spielen.

Ich war von Anfang an verliebt in das Cello und wollte unbedingt dieses Instrument lernen. An meinem siebenten Geburtstag durfte ich dann meine erste Cellostunde nehmen.

K4K: Hat es lange gedauert, bis die Töne auch schön geklungen haben?

PhC: Nein, das ist sehr schnell gegangen. Ich hatte einen tollen Lehrer, der mich gut motivieren konnte. Wir haben auch bald Duos gespielt.

ChZ: Klavier ist viel „menschlicher“. Man drückt eine Taste und der Ton klingt schön. Meine Mutter ist Cellistin und hat für mich extra nicht ihr eigenes Instrument gewählt.

K4K: Wie haben Sie persönlich vom Lernen eines Instrumentes profitiert?

LS: Ich wollte schon mit zwei Jahren unbedingt die Geige lernen. Meine Mutter ist Geigenlehrerin und wollte nicht, dass ich dieses Instrument spiele. Sie sagte immer, ich wäre noch zu früh oder zu klein, ich hab aber jeden Stock und jedes Spielzeug genommen, mir einen Hut aufgesetzt und so getan, als spielte ich die Geige.

Man lernt wirklich, dass Dinge ihre Zeit brauchen, dass Erfolg in Wellen auftritt und dass es nicht immer nur gute Zeiten gibt.

ChZ: Meine Mutter hat mir immer gesagt, wenn ich etwas Besonderes wolle so müsse ich vorher auch besonders daran arbeiten. Zuerst muss man etwas geben, um dann etwas zurück zu bekommen.
Wenn man durch das eigene Kämpfen und durch das eigene Bemühen Applaus bekommt, dann merkt man auch als Kind, wie gut es tut.

PhC: Schön ist auch, dass man immer einen Weg hat. Man erreicht etwas, ist aber nie wirklich „fertig“, weil es immer weiter gehen kann.

K4K: Wenn man dann in die Pubertät kommt oder eine Schaffenskrise hat, wie kommt man da als junger Mensch drüber ohne den Hut darauf zu werfen?

PhC: Meine Eltern haben nie Druck ausgeübt, hatten aber so einen geschickten Umgang mit mir, dass ich nie wirklich aufgeben wollte.

LS: Für mich war das Gemeinschaftserlebnis immer Motivation. Das gemeinsame Musizieren mit anderen jungen Menschen. Für mich war das Spaß und auch eine Gegenmotivation zu dem Wunsch meiner Mutter, ich solle doch alles werden nur nicht Geigerin! Heute ist sie aber sehr glücklich und stolz auf mich!

K4K: Führen Sie jetzt das Leben, von dem Sie immer geträumt haben?

LS: Wir sind immer noch am Aufbauen, es stellt sich natürlich immer noch die Frage, ob wir davon leben können. Es geht immer mehr.

PhC: Manchmal muss ich einfach innehalten und mir wieder darüber klar werden, wo ich eigentlich bin und wie glücklich ich sein kann, dass ich das alles schon geschafft habe.

K4K: Sie spielen, wie der Name verrät, in einem „Trio“, also zu dritt. Ist es manchmal schwierig, Persönliches mit Beruflichem zu kombinieren?

LS: Nein, wir sind uns sehr ähnlich und haben ähnliche Bedürfnisse.

K4K: Welche sind das?

LS: Essen. *lacht*. In Argentinien haben wir unglaublich gutes Fleisch gegessen und es sehr genossen.

PhC: Wir haben auch alle unterschiedliche Instrumente und kommen uns nicht in die Quere.

ChZ: Wir spielen nicht nur mit, sondern können auch solistisch wirken.

K4K: Gibt es das eine große Ziel?

LS: Dass Menschen von Kammermusik begeistert sind und unsere Konzerte stürmen.

PhC: Dass wir oft spielen können.

ChZ: Dass die Menschen, wenn sie unser Plakat sehen, sagen, „die wollen wir spielen hören“.

 

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