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Johann Hindler - der Mann mit dem Traumberuf

Johann "Hans" Hindler
Klassik4Kids sprach mit dem Soloklarinettist Johann Hindler, der auf Heimatbesuch in Frohnleiten weilte. Seit mittlerweile 33 Jahren spielt der Steirer im Ensemble der Wiener Philharmoniker.
Fußballteam der Philharmoniker, Hindler 2.v.l.
Seine Aufgaben umfassen die Orchesterbegleitung in der Wiener Staatsoper, Konzerte rund um die Welt - er war sage und schreibe schon fünfzig Mal in Japan!, die Salzburger Festspiele und natürlich das jährliche Neujahrskonzert, das weltweit von über 50 Millionen Menschen via Fernsehen verfolgt wird.

Mit uns sprach "Hansi" Hindler über die Freuden seines Berufslebens, Lampenfieber und seine Pläne für den Ruhestand.

Interview

K4K: Wann haben Sie begonnen, die Klarinette zu spielen?

JH: Begonnen habe ich mit neun Jahren. Kurz spielte ich die steirische Harmonika, dann aber überzeugte mich mein Vater, der ebenfalls sehr gut Klarinette spielen konnte, das Instrument auszuprobieren. Er selber wollte nämlich lieber mit der Harmonika spielen und mit mir gemeinsam Tanzmusik machen. Da hat es dann einige Anzeigen gehagelt...

Es hat oft Anzeigen gegeben, wenn ich als Zehnjähriger bis weit nach Mitternacht mit der Klarinette aufgetreten bin.

K4K: Anzeigen? Wieso das denn?

JH: Naja, ich war ungefähr zehn Jahre alt und mein Vater und ich spielten oft bis spät in die Nacht bei Veranstaltungen, wo ich als kleines Kind längst nichts mehr zu suchen gehabt hätte. Dafür habe ich aber immer ein schönes Taschengeld verdient. Mein Vater hat immer halbe-halbe mit mir gemacht. 1961 konnte ich mir von dem Geld eines Auftritts ein tolles Fahrrad kaufen.

K4K: War die Klarinette damals "cool"? Haben Sie auch Dinge gemacht, die altersgemäß waren?

JH: Ohja, die Klarinette war cool und ich hab natürlich auch viele Sachen gemacht, die andere Kinder auch machten. Nach einigen Monaten aber spielte ich schon in einem Musikverein und das war dann eine richtige Hetz!

K4K: Sie unterrichten heute ja auch junge Menschen. Wie alt ist denn der jüngste Schüler?

JH: Momentan ist mein jüngster Schüler zwölf Jahre alt. Wenn ich sie nehme müssen sie schon ein
ein bisserl was können. Mit all diesen Sachen bin ich immer beschäftigt. Urlaub habe ich seit sechs Jahren keinen mehr gemacht.

K4K: Was würden Sie empfehlen, um Kindern das Musizieren und die Klassik schmackhaft zu machen? 

JH: In Wien zum Beispiel bieten wir immer wieder Workshops oder Proben für Kinder an, das ist schon etwas Besonderes. Ich bin auch schon in Schulen gegangen, wo ich den Kindern mein Instrument näher erklärt habe und wo wir sie auf Stücke vorbereiten, die dann in der Generalprobe gespielt werden. Es ist einfach wichtig, dass die Kinder einen hautnahen Kontakt zur Musik oder zum Instrument ermöglicht bekommen.

Für mich sind alle Bereiche meiner Musikerkarriere "Highlights".

K4K: Welche Ihrer Tätigkeiten macht Ihnen am meisten Freude? Sie spielen ja in der Wiener Staatsoper, den Konzertzyklen, auf Reisen, bei den Salzburger Festspielen und auch beim Neujahrskonzert.

JH: Für mich ist alles immer noch sehr schön. Das Neujahrskonzert, die Reisen... alles ein Highlight für mich. Auch die Tatsache, dass wir nur mit den größten Dirigenten spielen, ist etwas Besonderes. Eindrucksvoll war die Zusammenarbeit mit Gustavo Dudamel, weil der als so junger Mensch trotzdem das Orchester so motivieren konnte.

K4K: Als Mitglied der Wiener Philharmoniker muss man ja eine unglaublich große Menge an Stücken können. Wie funktioniert das?

JH: Am Anfang war das schon ein irrer Stress. Abends Aufführungen, tagsüber Plattenaufnahmen mit Herbert von Karajan. Da blieb nicht viel Zeit zum Üben. Noch dazu kann sich ein Klarinettist nicht "drüberschummeln", das hört jeder sofort.

K4K: Die Philharmoniker wechseln jede Saison ihren Dirigenten. Ist es schwierig, sich Jahr für Jahr anzupassen und versuchen die Dirigenten, dem Orchester ihren Stempel aufzudrücken?

JH: Ein guter Dirigent versucht nicht, seinen Stempel aufzudrücken, sondern holt das Beste aus dem Orchster heraus.

K4K: Das Reisen mit dem Orchester ist bestimmt eine aufregende Abwechslung. Bekommen Sie auch die Möglichkeit, sich vor Ort etwas anzusehen oder verlangt es der Zeitplan, gleich nach den Auftritten wieder abzureisen?

JH: In Japan zum Beispiel hatten wir drei Auftritte in zehn Tagen. Da bliebe schon genug Zeit, um sich etwas anzusehen. Für mich allerdings nicht so wichtig, weil ich schon über fünfzigmal in Japan gewesen bin. Wir hatten sogar eine Strahlenexpertin mit, die mit einem Geigerzähler gemessen hat, ob die Strahlenbelastung normal ist.

K4K: Gibt es noch Ziele und Pläne in Ihrem Musikerleben?

JH: Naja, es steht schon die Pensionierung vor der Türe, da werde ich natürlich Dinge machen, die während meiner Tätigkeit bei den Philharmonikern zu kurz gekommen sind. Und natürlich habe ich vor, mehr Zeit in der Steiermark zu verbringen.

 

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