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Markus Schirmer - der Rattenfänger am Klavier

Markus Schirmer | Foto: © Big Shot
Wir trafen Markus Schirmer, den Grazer Starpianisten, zum Gespräch. In entspannter Atmosphäre erzählte er mit Herz und Humor von seinem Leben, seiner Leidenschaft und das, was ihn jeden Tag antreibt.
Große Leidenschaft
Schon mit drei Jahren entdeckte er für sich selber die Liebe zum Klavier und mit 6 Jahren begann seine Ausbildung an der heutigen Musikuniversität. Mit 8 Jahren nahm er spontan während eines Italienurlaubes an einem Wettbewerb teil, den er mit einem selbst komponierten italienischen Lied gewann. Ein Ausnahmekünstler, der die Freude an der klassischen Musik mit jeder Faser ausstrahlt.

Interview

K4K: Herr Schirmer, wie sind Sie so weit gekommen?

MS: In unserem Wohnzimmer stand ein Klavier. Dieses große, schwarze Ding hat mich mit drei oder vier Jahren schon so interessiert, dass ich immer wieder hingegangen bin und herumgetapst habe. Nach einiger Zeit haben meine Eltern erkannt, dass ich gerne Musik mache und haben mich mit ca 6 Jahren zu einem Test an die heutige Musikuniversität gebracht. Dort hat man mich gefragt, was ich denn vorspielen wollte. Ich sagte, die Mondscheinsonate von Beethoven.

Entbehrungen gehören dazu, wenn man etwas erreichen möchte. Das ist auch im Sport nicht anders.

Dazu muss ich sagen, dass ich noch keinen einzigen Tag Klavierunterricht bekommen hatte. Die Mondscheinsonate war das Stück, das mir mein Onkel aus Wien wann immer ich krank war auf dem Klavier vorgespielt hatte. Wahrscheinlich konnte er es nicht einmal besonders gut, aber mich hat es sehr beeindruckt.
Jedenfalls hatte ich das Glück, dass bei diesem Test eine Lehrerin mein Talent erkannte und mich als Schüler annahm. Der Unterricht war für mich super spannend, ich war fleißig, habe meine Aufgaben immer gemacht und brav geübt.

So bin ich langsam hineingewachsen. Meine Eltern haben mich immer unterstützt und auch die notwendige Konsequenz und das Durchhaltevermögen eingefordert. Das ist so wichtig, weil die Kinder sonst zu früh aufgeben und es später bereuen. Wichtig ist auch, dass nicht zu viel angeboten wird, weil man sonst nirgends gut werden kann.

K4K: Hat Sie der Weg, den Sie schon so früh eingeschlagen hat, nicht auch isoliert und manchmal einsam gemacht?

MS: Natürlich! Es hat zwar schon auch Spielnachmittage oder Fußballspielen gegeben, aber nicht in dem Maße, wie es andere Kinder hatten. Die Entbehrungen, die es gab, haben mich aber dort hin gebracht, wo ich heute bin. Es geht nicht anders, wenn man etwas erreichen möchte. Das ist auch im Sport nicht unterschiedlich. Natürlich gibt es Rückschläge oder Tage, an denen man überhaupt nicht mag, aber das ist doch überall so. Und ich kann meine Kreativität ausleben, die mir das Glück beschert, ein Leben führen zu dürfen, das abwechslungsreich und vielfältig ist.

K4K: Welcher Moment oder welches Ereignis war für Sie das schönste in Ihrem bisherigen Leben?

MS: Das kann ich so überhaupt nicht sagen. Es gab einfach zu viele. Das heurige Jahr war voll von schönen Ereignissen. Ich habe eine Tournee durch Australien gemacht, mit dem Bostoner Orchester "A Far Cry" eine wunderschöne Mozart-Aufnahme gemacht und ein Projekt mit Wolfram Berger auf die Bühne gebracht. Auch die Arbeit mit meinen Studenten ist immer spannend und etwas Besonderes. Eigentlich ist aber das ganze Leben als Musiker ein Highlight.

K4K: Bereitet Ihnen das Unterrichten von jungen Menschen Freude? Haben diese in der heutigen Zeit noch genug Herz für die Musik?

MS: Absolut. Ich kann mir glücklicherweise meine Studenten aussuchen, habe im Moment sechs, die mit viele Einsatz spielen.
Mir bereitet es auch Freude, ihnen etwas weitergeben zu können und auch von ihnen etwas zu bekommen.
Gewisse Entscheidungsträger halten Kinder für völlig vertrottelt und muten ihnen dann auch nichts zu. Im Gegenteil: Kinder sind sehr gut in der Lage, Klassik anzunehmen und zu genießen!

Es ist zwar noch genügend Nachwuchs vorhanden, es könnte aber gerade in Österreich mehr sein.

K4K: Was kann man dafür tun, dass es wieder mehr Nachwuchs in der klassischen Musik gibt?

MS: Man muss schon im Kindesalter anfangen. Kinder sollen klassische Musik kennenlernen und Schwellenängste abbauen. Im Gegensatz zur "programmierten Musik", gegen die ich nichts habe, die ich aber eher als Unterhaltungsform sehe und nicht als Musik, bietet die Klassik Melodie, Charakter, Stimmung, Seele.
In der Unterhaltungsmusik wird immer versucht, funktionierende Konzepte auszuschlachten, bis sie nicht mehr gehen und dann etwas Neues heranzuziehen. Es gibt einfach viel Mist. In der Klassik ist alles vorhanden, was den Menschen ausmacht. Auf den Instrumenten oder im Orchester kann das nachvollzogen werden, das ist schon etwas Besonderes!

Ich sage auch, gewisse Entscheidungsträger halten Kinder für völlig vertrottelt und muten ihnen dann auch nichts zu. Im Gegenteil: Kinder sind sehr gut in der Lage, Klassik anzunehmen und zu genießen!

 

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