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Made in Styria
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Elīna Garanča - eine Diva ganz menschlich

Elīna Garanča "made in Styria"? Nein, gewiss nicht. Dennoch hat sie im vergangenen Jahr nach der Babypause ihr erstes Konzert im Musikverein Graz gegeben und wir durften mit ihr sprechen. Der Weltstar präsentierte sich uns als lustige, lebhafte und charmante Frau, die mit ganzem Herzen die Musik lebt. Das wollen wir euch nicht vorenthalten!

Elina Garanca mit dem K4K Interviewteam | Foto: © Klassik4Kids
Elīna Garanča stammt aus einer hochmusikalischen Familie, der Vater ist Chordirigent, die Mutter Anita Garanča Sängerin. Garanča studierte Gesang an der lettischen Musik-Akademie bei ihrer Mutter und bei Sergej Martinov, dann in den USA, in Amsterdam und in Wien. Bereits im Alter von 21 Jahren erfolgten erste Engagements (vertragliche Anstellungen) in Bukarest und Athen. Über die Opernhäuser Meiningen und Frankfurt am Main gelangte sie an die Wiener Staatsoper und debütierte (debütieren bedeutet den ersten Auftritt zu haben) als Lola in Cavalleria rusticana.

Durch den Sieg bei einem internationalen Gesangswettbewerb 1999 in Finnland wurde die Opernwelt auf die Mezzosopranistin aufmerksam.

Der internationale Durchbruch kam mit der sonst wenig beachteten Partie des Annio in Mozarts La clemenza di Tito bei den Salzburger Festspielen 2003.

Seit Oktober 2011 hat die Sängerin, zusammen mit ihrem aus Gibraltar stammenden Ehemann Karel Mark Chichon, eine neue Rolle angenommen: die der Mutter.

Interview

K4K: Wie sind Sie zur Musik gekommen?

EG: Als Kind habe ich angefangen, Klavier zu spielen. Begeistert war ich nicht, da ich lieber mit den Kindern spielen wollte. Meine Mutter hat mich gewissermaßen "gezwungen", wofür ich ihr heute sehr dankbar bin. Ich würde auch allen Eltern empfehlen, ihre Kinder früh mit Musik in Kontakt zu bringen, weil das den Horizont erweitert, die Emotionalität und den Intellekt beeinflusst.

 

Es muss auch nicht unbedingt klassische Musik sein. Hauptsache man tut es, weil es unglaublich bereichert.


Eigentlich ist es vollkommen egal, ob man singt, ein Instrument spielt oder in einem Ensemble musiziert. Es muss auch nicht unbedingt klassische Musik sein. Hauptsache man tut es, weil es unglaublich bereichert.

K4K: Mit welchem Alter haben Sie gewusst, dass Sie Musik zu Ihrem Beruf machen wollen?

EG: Mit 17. Es war eine Entscheidung über Nacht. Ich wusste nicht, was ich weiter machen sollte. Eigentlich wollte ich Schauspielerin werden,
da hat die Aufnahmeprüfung aber nicht geklappt. Geträumt habe ich davon, eine Mariah Carey oder Whitney Houston zu werden. Auch Musical hätte mich interessiert, aber diese Möglichkeit gab es in Lettland damals nicht. Meine Eltern waren damals in der klassischen Musik und so war meine Entscheidung „halb automatisch“.

K4K: Was war Ihre schwierigste Leistung beim Singen?

EG: Der erste Teil des heutigen Konzerts (lacht). Beine und Knie haben gezittert. Nach der langen Pause (Erklärung: Die Geburt ihrer Tochter Catherine liegt zum Zeitpunkt des Interviews 6 Monate zurück) war das Zurückkomen schwer.
Es gibt aber viele schwierige Situationen: ein wichtiges Debüt, eine schwere Partie mit einer Erkältung zu singen, das Flugzeug zu verpassen und ohne Aufwärmen auf der Bühne zu stehen. Dennoch habe ich in meinem Sängerleben nichts als Opfer empfunden, das gehört einfach alles dazu.

K4K: Jugendliche zeigen immer weniger Durchhaltevermögen. Was ist Ihre Motivation?

EG: Jugendliche muss oder soll man auch immer ein bisserl zwingen. Meine Erfahrung war, dass ich es auch nicht immer gemocht habe, dass ich heute aber sehr dankbar bin, dass ich so weit gekommen bin.
Jugendliche sollten sich auch austauschen und sagen: "Schau, ich spiele Klavier!", anstatt um den neuesten Gameboy oder das neueste Handy zu reden.

K4K: Es kommt immer mehr neue Musik auf den Markt. Wie kann man Jugendliche heute noch für Klassik begeistern?

 

Üben, üben, üben!

 

EG: Wichtig ist, gute Künstler und gute Vorstellungen auszusuchen. Beim ersten Mal würde ich vielleicht nicht mit Wagner anfangen, sondern etwas Leichteres - Carmen, Rossini... Bei der Inszenierung würde ich eine klassische wählen, damit man nicht vom Geschehen auf der Bühne verwirrt wird.

K4K: Haben Sie Tipps für Jungmusiker?

EG: Üben, üben, üben! (lacht)

Ich sage immer: konzentriert euch nicht nur auf einen Lehrer. Ein Lehrer wird mit der Zeit taub. Man braucht neue Reize und neue Ideen. Immer suchen, schauen, sich überprüfen, Ideen verwirklichen und sich nicht schämen, wenn man etwas nicht gleich kann. Und Mut haben, aus der Reihe treten.
 

Das Interview führten Elias Plösch und Florian Wiedner am 9. März 2012

 

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