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Monica und Adrian Eröd - zwei von Qualität

Monica Theiss-Eröd
Monika Theiss-Eröd | Foto: © Nikolaus Karlinský
2012
Monica Theiss-Eröd wuchs in Kärnten, im Lavanttal auf. Nach der Matura verbrachte sie einige Zeit in Graz, wo sie ein HAK-College besuchte. Dort begann sie auch, klassischen Gesangsunterricht zu nehmen und die Liebe zum Singen zu entdecken. Sie wechselte nach Wien, wo sie auf der Musikhochschule ihren Mann, den Bariton Adrian Eröd kennenlernte.
Gemeinsam haben sie zwei Töchter. Monica Theiss-Eröd lebt heute mit ihrer Familie in Wien. Sie singt auf den Bühnen der Welt, vorrangig Lieder oder Operetten.

Adrian Eröd
Adrian Eröd | Foto: © Nikolaus Karlinský
Sommer 2012 in England
Adrian Eröd wurde in Graz geboren. Sein Vater ist der berühmte Komponist und Pianist, Iván Eröd. Die Familie hatte sehr unter den Nazis (Kurzform für Nationalsozialisten; die Anhänger Adolf Hitlers im Zweiten Weltkrieg) zu leiden, einige Familienmitglieder wurden in Konzentrationscamps der Nazis ermordet. Adrian besuchte das Akademische Gymnasium in Graz und sang schon in frühen Jahren im Kinderchor der Grazer Oper. Nach der Matura wechselte er nach Wien, um an der Musikhochschule zu studieren. Dort lernte er auch Monika, seine Frau kennen. 2001 debutierte er an der Wiener Staastoper, wo er für 10 Jahre als fixes Ensemblemitglied angestellt war. Heute arbeitet er als freier Künstler, singt bei den Wagner Festspielen in Bayreuth, an der Tokioter Oper in Japan und auf vielen weiteren Bühnen der Welt.

Interview

K4K: Wie seid ihr zur Klassik gekommen?

A: Bei uns ist es ganz unterschiedlich. Ich bin immer mit Klassik aufgewachsen. Mein Vater (István Eröd, ein berühmter Komponist und Pianist) hat entweder die ganze Zeit Klavier geübt oder er hat komponiert. Wir sind auch viel in Konzerte gegangen. Ab dem 11. Lebensjahr ist dazu gekommen, dass ich in Graz an der Oper gesungen habe. Die klassische Musik hat mir auch immer gefallen, sonst hätte ich sie bestimmt nicht angehört! Trotzdem bin ich auch mit meiner Schwester am Balkon gesessen und wir haben Listen über die Hitparaden im Radio geschrieben.

K4K: Wenn dein Vater die Klassik nicht so intensiv in dein Zuhause gebracht hätte, wäre dein eingeschlagener Weg derselbe gewesen?

A: Das ist schwer zu sagen, weil der Grund, warum ich überhaupt zur Oper gekommen bin und mir den Theatervirus eingefangen habe, hat schon sehr mit meinem Elternhaus zu tun.

M: Bei mir war das schon um Vieles schwieriger, weil es zu meiner Zeit im Lavanttal keine Gesangslehrer gegeben hat. Wahrscheinlich habe ich es meinen Eltern zu verdanken, weil bei uns immer viel und gerne gesungen wurde. Musik war immer vorhanden. Der Wunsch, mehr mit Musik zu machen, der ist dann schon aus mir selber gekommen. Ich habe dann angefangen, Querflöte zu spielen. Mit viel Freude. Erst viel später kam dann das Singen. Wir waren eine kleine Gruppe von jungen Mädchen, haben einmal die Woche gesungen. Da merkte ich, dass es möglich wäre, mehr daraus zu machen. Nach der Matura bin ich nach Graz gekommen, das war leider meine schrecklichste Zeit. Ich habe die HAK besucht, die hat gar nicht zu mir gepasst. Singen und Tanzen war eigentlich sehr exotisch, aber als Ausgleich zu meinem schulischen Frust habe ich es dann gewagt. Eine klassische Gesangslehrerin hat mich in die Welt der Klassik eingeführt.

K4K: Und wie habt ihr euch dann kennengelernt?

A: Wir haben uns in Wien während des Studiums kennengelernt, als wir mit einer Oper eine 30tägige Operntournee durch Deutschland gemacht haben.

K4K: Es heißt zwar „Wo die Liebe hinfällt…“. War der Gedanke bei euch auch da, dass euer Leben bedeutend einfach ausfallen würde, wenn ihr jemanden an eurer Seite hättet, der das Leben, das ihr führt, besser verstehen könnte? Ein doch sehr unstetes Leben…

A: Einerseits war es natürlich einfacher, den gleichen Beruf zu haben. Andererseits war es auch schwer, weil wir in dem Moment, wo wir uns entschlossen hatten, eine Familie zu gründen, wussten, dass einer von uns zurückstecken würde müssen.

M: die ersten 15 Jahre waren viele Einschränkungen, viel Zurückstecken. Allerdings war es auch dadurch, dass der Adrian bis vor 2 Jahren ein fixes Engagement an der Wiener Staatsoper hatte, nicht allzu schwer.

A: Die Zeit der Festanstellung war schon sehr angenehm, weil es die Zeit war, wo die Kinder klein waren. Da war ich dann maximal für eine Produktion im Jahr für 6 Wochen weg. Jetzt bin ich halt viel mehr weg…

M: Ich wollte ja auch die Zeit mit den Kindern verbringen und ich wollte den Adrian auch

gerne auf seinem Weg unterstützen. Jetzt aber freu ich mich darauf, wieder mehr zu machen.

 

Ich wollte ja auch die Zeit mit den Kindern verbringen und ich wollte den Adrian auch gerne auf seinem Weg unterstützen.

 

K4K: Haben die Kinder je gegen euren Beruf aufbegehrt?

M: Ab und zu ist es schon vorgekommen. Wir hatten ja fast nie das klassische Wochenende, wo alle frei haben.

K4K: Habt ihr das Gefühl, dass die Mädchen auch schon die Liebe zur Klassik entwickelt haben?

A: Ja, schon. Für sie ist das, was wir tun, nichts Besonderes. Sie haben das, als sie klein waren, auch nicht als unseren Beruf empfunden. Für sie war es „nur singen“.

M: Eine Tochter hat einmal gesagt: „Was, du gehst arbeiten?! Du gehst ja nur singen!“ Vor der Pubertät hatte ich etwas Angst, es würde sie stören, aber das tut es gar nicht.

K4K: Habt ihr sie auch viel in klassische Veranstaltungen mitgenommen und haben sie das gerne gemacht?

A: Sie sind vielleicht nicht immer gerne, aber sehr pflichtbewusst gegangen. Dadurch haben sie viel mitgenommen. Bayreuth, die Staatsoper… Das wollten sie unbedingt!

 

"Was, du gehst arbeiten?!? Du gehst ja nur singen!"

 

K4K: Wie geht ihr mit Kritik um?

A: Das gehört dazu. Ich lese praktisch alle Kritiken, man lernt aber auch, die Kritiken richtig zu lesen und zu sehen, ob man es ernst nehmen kann. Hat jemand keine Ahnung, hat er irgendwelche Hintergründe, die mir nicht klar sind etc. Wenn es ernst zu nehmende Kritik ist nehme ich es schon sehr ernst. Der Vorteil bei unserem Beruf ist, dass die Monika meine genaueste Kritikerin sein kann. Wir reden viel nach den Konzerten und wenn ihr etwas auffällt, dann sagt sie es mir.

M: Wenn, dann fallen mir die kleinen Dinge auf. Generell bin ich aber schon sehr zufrieden mit ihm (lacht). Andererseits ist mir die Kritik vom Adrian schon auch sehr wichtig. Er kann mich auch auf dem Klavier begleiten, da hört er sofort, wenn etwas komisch klingt.

K4K: Kritik hilft ja auch, die Leistung zu verbessern. Müsst Ihr euch überhaupt noch verbessern? Könnt ihr euch noch steigern?

A: Es ist wie bei den Sportlern: In dem Moment, wo du aufhörst zu versuchen, besser zu werden, wirst du schlechter.

K4K: Heißt das aber nicht, dass ihr nie mit euch zufrieden seid?

A: Man kann schon sehr zufrieden sein. Ich sage dann „für den momentanen Stand war das das beste, was ich leisten kann“. Das heißt aber nicht, dass ich in zwei Jahren keine Veränderung durchlaufen kann.

M: Es bedeutet natürlich auch, dass man lernt, das Niveau trotz Sorgen, Müdigkeit oder ähnlichem zu halten. Es interessiert nämlich niemanden, was dir privat passiert, du musst deine Leistung bringen.

K4K: Ist singen immer singen oder besteht ein großer Unterschied zwischen dem Einsingen einer Schubert-CD und dem Erarbeiten einer Rolle für Bayreuth?

A: Im Grunde genommen ist Singen Singen! Natürlich gibt es Unterschiede, ob ich auf einer Opernbühne stehe oder einen Liederabend liefere. Das „Instrument“ ist immer das gleiche.

K4K: Hörst du dir viele frühere Aufnahmen an oder versuchst du, die Dinge für dich selber zu interpretieren?

A: Ich möchte, so gut es halt geht, nur mit den Noten als Ausgangsmaterial arbeiten. Wenn ich etwas schneller lernen muss oder wenn ich an einer Stelle Schwierigkeiten habe, dann höre ich mir schon eine Aufnahme an.

K4K: Spielt der Komponist als Mensch oder die Epoche, in der er gelebt hat, eine große Rolle für das Erarbeiten eines Stückes?

A: Der Komponist nicht so sehr, sondern eher die Inspirationsquellen, für die er die Werke geschrieben hat. Da spielt dann die Umgebung schon eine Rolle. Prinzipiell aber ist das zweitrangig.

K4K: Wie ist es für dich, mit deiner familiären Geschichte (Adrian Eröds Familie ist zum Teil jüdischen Glaubens, einige Familienmitglieder wurden in den Konzentrationscamps der Nazis ermordet) in Bayreuth Wagner zu singen?

A: Den Menschen Wagner muss man vom Werk trennen können. Wenn man liest, was er geschrieben hat, ist es unerträglich. Umgekehrt würde ich aber auch nicht schlechte Lieder von einem Menschen singen, bloß weil er so ein entzückender Mensch war. Es hilft auch ungemein, dass in Bayreuth auch schon viele Veränderungen vor sich gegangen sind. Es ist nicht mehr so wie vor 30 Jahren… Ich würde beispielsweise nie in Wels beim Richard Wagner Festival singen, weil sich dort seit 100 Jahren nichts geändert hat und sie sich auch damit rühmen.

 

Den Menschen Wagner muss man vom Werk trennen können. Ich würde aber auch nicht schlechte Lieder von einem reizenden Menschen singen wollen.

 

K4K: Habt ihr das Gefühl, dass die Musik ein verbindenderes Element für eure Ehe darstellt? Hilft diese Gemeinsamkeit, eine gute/ bessere Ehe zu führen?

M: Es wird schon seinen Anteil haben. Natürlich muss es noch weitere Komponenten geben, die zusammenpassen (lacht).

A: Prinzipiell ist das Haltbarkeitsdatum bei jüngeren Ehen, die unter den gleichen Bedingungen laufen wie unsere, sehr kurz. Belastungen, lange berufliche Trennungen, anstrengende Phasen…

K4K: Spielen eure Kinder auch ein Instrument?

M: Ja, die Große hatte einige Zeit keine Lust mehr, da haben wir schweren Herzens gesagt, sie könne es lassen. Wichtig ist, die Kinder nicht zu drängen. Heute möchte sie aus eigenem Antrieb wieder spielen und das freut uns sehr.

 

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