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Nora Schmid - Herrscherin über die Opernbühne

Magdalena, Marion, Jakob und Ferdinand | Foto: © Klassik4Kids
Wir trafen Nora Schmid. Sie ist die "designierte Intendantin" der Grazer Oper. Das bedeutet, sie wird ab Herbst 2015 die Leitung des Opernhauses übernehmen. Bedeutet nicht, dass sie jetzt im Stadtpark sitzt, sie bereitet sich bereits auf die große Aufgabe vor, die Sie dann übernehmen darf. Wir sagen bewusst "darf", weil die Aufgaben, die sie zu erfüllen hat, zwar viele sind, aber auch wunderschön klingen. Was genau zu Nora Schmids Aufgaben zählt hat sie uns im Interview erzählt. Und nicht nur das.

 

 

 

K4K: Kinder finden Oper oft langweilig. Was wollen Sie machen, dass sich das in Graz ändert?

NS: Das ist eine große Frage. Was finden Kinder langweilig? Die Musik? Die Geschichten? Der Umstand, dass gesungen und nicht gesprochen wird? Dass sich alles auf einer Bühne abspielt? Es gibt so viele Faktoren, die da mitspielen...Ich glaube, es ist wichtig, mit der Oper einmal in Berührung zu kommen. Dafür gibt es so viele verschiedene Möglichkeiten. Wenn Ihr das nicht langweilig findet und das Euren Freunden, Geschwistern, Nachbarn erzählt, dann kann uns nichts Besseres passieren.

Ich glaube, es ist wichtig, mit der Oper einmal in Berührung zu kommen.

K4K: Wie sind Sie zur Klassik gekommen?

NS: Meine Eltern haben viel klassische Musik gehört. Es gab aber keinen Druck, kein "heute musst du...", dadurch habe ich selber irgendwann entschieden, dass ich gerne einmal in die Oper gehen möchte. Mein Bruder aber, der in der gleichen Familie groß geworden ist, hat sich nie für die Oper begeistert.

K4K: Wie alt waren Sie, als die Klassik Sie gepackt hat?

NS: Ich habe mit vier Jahren begonnen, die Geige zu spielen, das war der Startschuss. Ich habe auch unglaublich gerne gesungen, auch im Kinderchor. Als Teenager, losgelöst von den Eltern, bin ich dann in die Oper gegangen. Am Programm stand "Rigoletto". Bei der Stelle, wo der Hofnarr Rigoletto um die Rückgabe seiner Tochter fleht "Ridate a me la figlia" (gebt mir meine Tochter zurück), da habe ich fast geweint und war vollkommen begeistert. Von da an habe ich viele CD's gekauft, Fachzeitschriften gelesen, meine Stimme professionell ausbilden lassen und so weiter.

K4K: Spielen Sie jetzt noch die Geige?

NS: Viel zu wenig, ich habe die Geige noch, aber ich habe einfach wenig Zeit. Leider.

K4K: Haben Sie auch andere Musik gehört?

NS: Viel und gerne. Pop, Rock, Jazz, Blues, World-Music. Wahrscheinlich ist es leichter zu sagen, was ich nicht höre, als was ich höre. Musik ist an sich etwas sehr Wichtiges. Melodie, Rhythmus... wir können uns der Musik nicht verschließen. Es passiert etwas mit uns.

Musik ist an sich etwas sehr Wichtiges. Melodie, Rhythmus... wir können uns der Musik nicht verschließen. Es passiert etwas mit uns.

K4K: Wie schaut Ihr Job hier am Opernhaus Graz aus? Was machen Sie?

NS: Wir sind ein großes Unternehmen, das im Gegensatz zu anderen Unternehmen nicht Uhren oder Autoreifen produziert, sondern Kunst. Wir sind sehr vielseitig. Wir müssen das Gebäude verwalten, Künstler anstellen, viele andere Bereiche. Meine Aufgabe ist, alles zusammenzuhalten, zu koordinieren und die Richtung vorzugeben. Es gibt ja auch beispielsweise hunderte Opern und ich muss entscheiden, welche Opern spielen wir, wer soll singen, wann, wie oft, welche Künstler sollen wir beschäftigen. Alle Künstler brauchen auch noch einen Vertrag, die müssen verhandelt werden. Das Geld muss ordentlich eingeteilt werden. Die Kolleginnen und Kollegen müssen motiviert werden, die Öffentlichkeit soll erfahren, was wir hier tun und warum.

K4K: Woher wissen Sie all die Dinge, die Sie für Ihre Arbeit brauchen?

NS: Erfahrung, ich bin ja schon einige Jahre im Opernbereich tätig. Ich muss einfach täglich viele viele Dinge gleichzeitig bedenken und entscheiden.

K4K: Was war das Peinlichste, das Ihnen passiert ist?

NS: Peinlich... (denkt nach)... darüber habe ich noch nie nachgedacht. Ärgerliches gab es bestimmt, aber Peinliches... Fehler unterlaufen immer wieder und dann denkt man sich, das hätte nicht sein sollen.

K4K: Was haben Sie gemacht, bevor Sie nach Graz gekommen sind?

NS: Ich war in Deutschland an einem Opernhaus, in Dresden. Dort habe ich als Dramaturgin gearbeitet. Darunter können sich viele gar nichts vorstellen. Dramaturgin kommt von "Drama", dem Schauspiel und es geht darum, eine Geschichte zu entwickeln. Da muss man mit einem Regisseur eng zusammen arbeiten. Mozarts "Zauberflöte" zum Beispiel kann auf unendliche Möglichkeiten erarbeitet werden. Welche Kostüme sollen die Figuren tragen? Wie soll das Bühnenbild aussehen? Da habe ich mitgearbeitet. Ich habe auch viel geschrieben. Manchmal habe ich auch Leute interviewt.

K4K: Was tun Sie, um Ihrem Kind klassische Musik näher zu bringen?

NS: Da muss ich nicht so viel tun. Er ist auch noch sehr klein. Dennoch merke ich, dass er auf Musik stark reagiert. Er beginnt sich gleich zu bewegen, wenn Musik läuft. Gerade habe ich ihm ein Geschenk gemacht, ein Glockenspiel, das er ununterbrochen nimmt und spielt. Man muss nicht wirklich etwas machen, es ist in uns drinnen. Mein Mann spielt auch viel und gerne Trompete und unser Sohn möchte immer so tun, als könnte er die Trompete auch spielen.

Musik ist in uns drinnen. In jedem Menschen.

K4K: Wie schaffen Sie es, Kind und Beruf unter einen Hut zu bringen?

NS: Mit vereinten Kräften. Mein Mann und ich teilen uns das ein, die Großeltern kommen immer wieder und er geht auch phasenweise in eine Krippe. So bald er dort ist rennt er los und spielt, das macht ihm Freude.

K4K: Schaffen Sie es, privat auch noch Musik zu hören?

NS: Ja, das ist kein Problem. Phasenweise mag ich es auch, den Vögeln zuzuhören, aber auch das ist Musik.

K4K: Haben Sie das Gefühl, stärker hinterfragt zu werden, weil Sie eine Frau sind?

NS: Es gibt beide Seiten. Manche freuen sich, dass das eine Frau macht, andere warten ab, wie es laufen wird. Es gibt eine generelle Neugierde, das ist etwas ganz Normales. Ich hatte ja schon vor mir Frauen, die das Opernhaus geleitet haben, daher ist es wahrscheinlich auch nicht so ein Thema.

K4K: Was wird es Neues für Kinder und Jugendliche geben?

NS: Wir haben ja schon ein gutes Angebot. Neu ist aber ein Musiktheaterclub, der sich regelmäßig treffen wird. Dann haben wir noch einen Operncampus mit Studenten, mehr Familienkonzerte in der nächsten Spielzeit. Wir haben auch ein Großprojekt, das sich an alle richtet - Beethovens 9. Bekannt daraus ist der Schlusschor "Freude, schöner Götterfunken". Das Projekt geht mit Workshops über ein Jahr und am Ende gibt es eine große Abschlussaufführung. Auf der Studiobühne haben wir das "Schneewittchen" und im Opernhaus spielen wir eine konzertante Aufführung von "Dornröschen", mit der Erzählerin Erika Pluhar.

K4K: Gibt es einen Opernstar, den Sie gerne in Graz hätten?

NS: Es gibt viele Künstler, die gut sind... Der Starkult rund um die Sänger kann auch problematisch sein. Ich tue mir auch schwer zu sagen, welche Oper meine Lieblingsoper ist, wer mein Lieblingssänger ist und so weiter. Meist gefällt mir die am besten, mit der ich mich gerade beschäftige. Aber ich liebe Mozart, der wird mir nie langweilig.

 

 

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