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Dirk Kaftan, alle spielen nach seinem Takt!

Jakob, Marion, Ferdi und Magdalena | Foto: © Klassik4Kids
Unsere vier K4K-Jungreporter Marion, Magdalena, Jakob und Ferdinand trafen den Chefdirigenten der Grazer Oper, Dirk Kaftan. Wieder einmal waren unsere Youngsters erfreut über die freundliche Atmosphäre, das lockere Gespräch und den tollen Output bei einem Gespräch mit einem sympathischen Profi. Wir erfuhren viel Spannendes aus dem Alltag eines Dirigenten, wie es ist, in Graz zu leben und was peinlich oder vielleicht doch nicht ist. Fazit: ein liebenswerter Familienmensch, dem Musik statt Blut in den Adern fließt!

 

 

 

K4K: Hören Sie auch Popmusik oder Rock?

DK: Na klar! "Klassische Musik" wird heute oft zu streng gesehen. Mich interessiert fast jede Form von Musik.

K4K: Spielen Sie selber auch ein Instrument?

DK: Als Dirigent spielt man meist das Klavier, weil man mit den Sängern arbeitet oder die Partitur durchspielen kann (Partitur ist das Buch, das ein Dirigent vor sich hat, wo die Noten für alle Instrumente des Orchesters und die der Sänger drinnen zu lesen sind). Ich hab früher sehr viel Trompete gespielt, ein bisschen Geige und Kontrabass gelernt - aber eher, um zu wissen, womit ich es hier zu tun habe und zu wissen, wie Streichinstrumente funktionieren.

Ich habe zwei kleine Kinder, mit denen versuche ich so viel wie möglich Zeit zu verbringen.

K4K: Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

DK: Ich habe zwei kleine Kinder, mit den versuche ich so viel wie möglich Zeit zu verbringen. Ich gehe auch sehr gerne in die Natur und bin sehr gerne auf dem Wasser. Im Sommer, wenn das Theater für einige Wochen schließt, kann ich segeln gehen.

K4K: Mögen Sie Fußball?

DK: Ich habe sechs Jahre in Augsburg (Anm: Deutschland) gelebt, da gibt es einen Fußballverein, der mit wenig Geld viel Erfolg hat. Wir im Theater müssen auch mit wenig Geld viel Leistung bringen, das hat mich also beeindruckt.

K4K: Wollten Sie schon immer Dirigent werden?

DK: Nein! Ich habe früh gespürt, dass ich etwas mit Musik machen möchte. Anfangs wollte ich Tonmeister werden - das ist der, der im Studio ist, wenn Aufnahmen gemacht werden. Durch Zufall hab ich mit 18 Jahren einen Job am Theater als Korrepetitor bekommen (Anmerkung: ein Korrepetitor ist der, der die Musiker am Klavier begleitet, da ja bei den Proben nicht immer ein ganzes Orchester da sein kann). Da habe ich gemerkt, dass Live-Musik machen am Theater viel mehr mein Ding ist.

Mit 18 habe ich durch Zufall am Theater einen Job bekommen. Da habe ich gemerkt, dass das mein Ding ist.

K4K: Singen Sie auch?

DK: Gerne, aber nicht gut. Als Dirigent sollte man schon was verstehen vom Singen, in der Öffentlichkeit würde ich es aber nicht machen.

K4K: Was machen Sie gerade?

DK: Viel Zeit braucht der Dirigent, um die Partitur zu studieren. Momentan habe ich die Partitur von "Die Tote Stadt" vor mir, das ist die überübernächste Produktion hier am Haus. (Anm.: "Die Tote Stadt" ist eine Oper von Wolfgang Korngold, die im Jänner 2015 Premiere hat). Ich muss einfach genau wissen, wer wann was spielt. Das dauert sehr lange. Ich muss auch Stimme für Stimme durchspielen, damit ich alles kenne.

K4K: Versuchen Sie Ihren Kindern, schon jetzt die klassische Musik näher zu bringen?

DK: Sie bekommen das mit. Finden es auch toll. Wir sind da sehr unehrgeizig, sie merken aber, dass es bereichernd ist, dass es Freude macht und das Leben schöner macht. Die Große hat auf eigenen Antrieb mit Geige begonnen, die Kleine singt und tanzt. Meine Frau ist ja Sängerin, die singt viel mit ihnen.

K4K: Machen Sie auch viel Sport?

DK: Viel zu wenig. Ich versuche, laufen zu gehen und zu trainieren, es könnte aber mehr sein. Ich arbeite hier bis spät in den Abend und morgens müssen wir früh raus wegen der Kinder...

K4K: Wie waren Sie in Musik in der Schule?

DK: An meine Noten kann ich mich nicht erinnern. Es war auch immer ein Auf und Ab. Einmal hatte ich einen Musiklehrer, der mochte absolut keinen Jazz. Damals hatte ich in der Schule eine Jazzband, das war natürlich nicht so toll dann. Musik hat mich aber immer erfreut und ich hab auch immer Musik gemacht.

Leider ist der Musikunterricht in der Schule sehr wenig, wenn einen das interessiert muss man halt selber mehr machen.

K4K: Haben Sie eine Lieblingsoper?

DK: Nein! Eigentlich immer das, was ich gerade mache. Wir haben hier so eine breite Auswahl, von der West Side Story bis zu Mozart. Mir ist wichtig, dass das alles Stücke sind, die uns auch heute noch viel sagen, über uns, über unsere Zeit.

K4K: Haben Sie eine Lieblingsstadt oder ein Lieblingsland?

DK: Meine Frau kommt aus Schweden, da sind wir oft. Die Natur dort ist schon sehr schön. Österreich finde ich auch sehr schön. Graz hat viel Lebensqualität, es ist sehr offen. Man kann auf hohem Niveau international arbeiten. Man ist sehr nah an Ländern wie Italien, Slowenien, Ungarn... das finde ich sehr spannend und genieße es, hier zu sein. Es gibt überall gutes Essen und guten Wein.

K4K: Können Sie an der Oper mitplanen, welche Stücke auf die Bühne kommen?

DK: Da bin ich mit eingebunden. Ich bin ja mitten in eine Planungsperiode gekommen (Anm.: der Vorgänger, Johannes Fritsch, hat die Oper während der Spielzeit verlassen und Dirk Kaftan ist für ihn eingesprungen), wir besprechen aber schon, was könnte passen, was kann gesungen werden und so weiter. Die neue Intendantin (Anm.: das ist die neue Chefin) habe ich auch schon mehrmals getroffen. Wir haben schon zwei Spielzeiten fertig geplant. Sänger müssen ja beauftragt werden...

K4K: Reisen Sie viel und gerne?

DK: Das gehört dazu. Nächste Woche bin ich in Deutschland, dann Dänemark, Neuseeland... Es macht mir viel Spaß. Meine Familie bleibt hier, wenn Schule ist, ich nehme die Familie aber auch schon einmal mit, wenn es geht.

Einmal bin ich zehn Minuten vor Ende einer Premiere ohnmächtig geworden und ins Orchester gekracht.

Manchmal dirigiere ich ein anderes Orchester, das vor Ort ist, das ist auch immer schön.

K4K: Ist Ihnen einmal etwas richtig Peinliches passiert?

DK: Ich bin sehr selbstkritisch, es gibt viele Sachen, an die ich denke. Einmal ist mir der Taktstock ins Publikum gefallen, einmal ins Orchester und hat den Cellisten getroffen. Einmal hab ich mich damit selber gestochen und arg geblutet...

Ich weiß nicht, ob das peinlich ist... einmal bin ich zehn Minuten vor Schluss bei einer Premiere (Anm.: die erste Aufführung einer Oper während einer Spielzeit) ohnmächtig geworden und ins Orchester gekracht. Da musste dann abgebrochen werden. Im Kindergarten meiner Töchter hatte ich mir einen Virus eingefangen. Hab mich eh schon nicht so gut gefühlt, aber deswegen sagst du nicht eine Premiere ab. Der Assistent musste dann weiter dirigieren. Der ist aber nur bei einer Premiere da.

 

 

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