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Rolando Villazón. Was für ein Temperament!

Rolando Villazón ist definitiv ein Weltstar. Der Bruno Mars der Klassik. Er durchbricht so ziemlich alle Vorurteile, die man von einem klassischen Opernsänger haben kann. Er ist sehr humorvoll, interessiert sich für viele Dinge außerhalb der Klassik und ist so richtig zum Angreifen. Wir konnten das herausfinden, da wir im Zuge eines Graz-Aufenthaltes des Maestro einen Interviewtermin bekamen. Mit fünf Jungreportern im Schlepptau rückten wir an und waren einerseits erstaunt, wie toll junge Menschen die Befragung gestalten, andererseits, wie relaxed und zugängig ein großer Star auf junge Menschen reagiert. Er erzählte von seinen Vorlieben, seiner Familie und warum er gerne 52 Bücher pro Jahr liest.

 

K4K: Was ist Ihr Lieblingsfilm?

RV: Als ich ein Kind war habe ich beinahe zehnmal das „Dschungelbuch“ gesehen. Ich liebe Balu. Momentan bin ich ein großer Fan von dem italienischen Film „La grande bellezza“.

K4K: Welche Note hatten Sie in Musik in der Schule?

RV: Ich war ganz schlecht. In der deutschen Schule war die Benotung von 5 bis 10. 5 war ganz schlecht. Ich hatte in Musik eine 5.

K4K: Das heißt, die Musiklehrerin ist heute noch sehr überrascht, dass Sie Sänger geworden sind.

RV: Das stimmt (lacht). Ich war einfach sehr nervös und konnte mich nicht so gut konzentrieren. Alle mussten entweder Gitarre oder Flöte lernen, ich wollte aber nur singen.

K4K: Warum haben Sie Mexiko verlassen?

RV: Ich wollte eine internationale Karriere machen. In Mexiko ist die Oper nicht so wichtig. Es gibt ein sehr schönes Opernhaus, es gibt auch eine Tradition, aber für eine Karriere ist es besser, wenn man auch ins Ausland geht.

Ich versuche, ein Buch pro Woche zu lesen, so dass ich 52 Bücher pro Jahr lese. Das schaffe ich nicht immer, aber wenigstens 40 oder 45 Bücher sind es.


K4K: Wie alt waren Sie, als Sie weggegangen sind und hat Ihre Frau Sie begleitet?

RV: Ich war 24 Jahre alt und meine Frau war bei mir. Ich habe sie kennengelernt als ich 16 und sie 15 Jahre alt war. Sieben Jahre waren wir zusammen, bevor wir geheiratet haben. Heute haben wir zwei Kinder. Sie sind 11 und 9 Jahre alt.

K4K: Wie haben Sie Ihre Frau kennengelernt und haben Sie bei der Hochzeit gesungen?

RV: Ich habe sie in der Schule kennengelernt. Ja, bei der Hochzeit habe ich „Ave Maria“ gesungen.

K4K: Begleitet Ihre Familie Sie zu Konzerten?

RV: Nicht immer, weil die Kinder ja in die Schule gehen müssen. Wenn es an einem Wochenende ist, dann kommen sie mit. Meine Frau versucht fast immer, bei mir zu sein. Meine Kinder haben schon viele meiner Vorstellungen angesehen. Sie lieben es auch, zu reisen. Sie sind auch musikalisch und lernen Klavier.

K4K: In welchem Land treten Sie gerne auf?

RV: Überall. Meistens singe ich in Deutschland, Frankreich und Österreich, aber ich bin auch gerne an der Metropolitan in New York oder in Barcelona. Nächstes Jahr bin ich mit einem Projekt in Japan.

K4K: In welchem Land wollen Sie alt werden?

RV: Frankreich, denke ich. Weil ich da wohne. Wer weiß, vielleicht gehe ich auch nach Mexiko zurück.

K4K: Wie ist es dazu gekommen, dass Sie in Frankreich gelandet sind?

RV: Das war eher Zufall. Paris ist eine der schönsten Städte der Welt, Schönheit ist sehr wichtig. Auch, dass man gut über Kultur und Ideen sprechen kann. Kunst ist in Paris sehr wichtig. Ich fühlte mich bald zuhause in Paris. Am Anfang meiner Karriere hatten wir für beinahe zwei Jahre kein Haus. Wir lebten aus dem Koffer und nur das, was in dem Koffer Platz hatte, durfte mit. Wir konnten nicht sehr viel haben. In der Zeit fragten wir uns oft: „Wo möchtest du im nächsten Monat sein?“ „Griechenland“. Und so fuhren wir nach Griechenland oder nach Berlin oder so. Mit der Zeit zog es uns mehr und mehr nach Paris. Besonders als wir entschieden, eine Familie zu gründen, fiel unsere Wahl immer mehr auf Paris, dort wollten wir wohnen.

Das freut mich, wenn mich ein Kind erkennt. Da hoffe ich dann, dass das die Kinder zur klassischen Musik bringt.


K4K: Sie wollten ja einmal ins Kloster gehen. Gab es in Ihrer Kindheit auch andere Berufe, die Sie ergreifen wollten?

RV: Ich wollte Schriftsteller und Schauspieler werden. Ich habe auch ein Buch geschrieben, das im August in deutscher Übersetzung herauskommt.

K4K: Welche sind Ihre Lieblingsbücher?

RV: Als ich 12 Jahre alt war habe ich „Den Ruf der Wildnis“ von Jack London gelesen.  Die neue Welt war für mich absolut wunderbar. Sofort bin ich zu einem Bücherladen gegangen und wollte die Geschichte von einem Hund lesen. Der Titel des Buches, das ich gekauft habe, war „Steppenwolf“ von Hermann Hesse. Es war aber kein Wolf oder Hund in der Geschichte. Der Autor hat mir aber gut gefallen und ich habe fast alles von Hesse gelesen. Mein Lieblingsautor… das ist schwierig. Ich versuche, ein Buch pro Woche zu lesen, so dass ich 52 Bücher pro Jahr lese. Das schaffe ich nicht immer, aber wenigstens 40 oder 45 Bücher sind es. Das ist mein Hobby. Mein Lieblingsautor ist Julio Cortázar, ein südamerikanischer Autor.

K4K: Welche Rolle hat Ihnen am meisten Spaß gemacht?

RV: Es machen eigentlich alle Rollen Spaß, aber ich liebe die verrückten Rollen. „Don José“ oder „Nemorino“… er hat ein bisschen von einem Clown. Ich arbeite ja mit den Roten Nasen als Clowndoktor. Humor und Tragödie sind ja nicht so weit voneinander entfernt.

K4K: Haben Sie schon einmal nach einem Konzert gefunden, das wäre nicht so gut gelungen?

RV: Ja, sicher. Man muss auch ehrlich sagen, dass das Konzert ein Moment ist, eine Erfahrung.  Jede Vorstellung ist einzigartig. Das Publikum, das Wetter und so weiter ist immer anders.

K4K: Können Sie unerkannt auf der Straße gehen?

RV: Ja und nein (lacht). Gerade bin ich spazieren gegangen, vier Leute wollten ein Foto oder Autogramm. Und ein Kind hat mich erkannt, weil ich ja in einer Sendung „Dein Song“ mitmache. Das freut mich, wenn mich ein Kind erkennt. Da hoffe ich dann, dass das die Kinder zur klassischen Musik bringt. Ich bin aber kein Hollywood Star, ich kann auch einfach nur privat sein.

K4K: Finden Sie also, dass klassische Musik für Kinder wichtig ist?

RV: Auf jeden Fall. Ich habe mit acht oder neun Jahren angefangen. Da habe ich immer das Geigenkonzert von Tschaikowsky gehört. Nur den ersten Satz, da konnte ich jede Note auswendig. Dann kam die Ouvertüre von Rossinis „Wilhelm Tell“, ich war verrückt nach dieser Musik. In die Oper wollte ich aber nicht gehen, das fand ich langweilig. Dennoch war klassische Musik ein wichtiger Teil meines Lebens. Erst später konnte ich dann ganze Werke hören. Das hat eine Weile gedauert.

Klassische Musik ist wirklich für alle Menschen. Es wird ein größerer Teil von uns sein, wenn wir früher damit anfangen.

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