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Sieglinde Feldhofer - die Gretel ist umwerfend!

"Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen". Diese Zeile ist momentan der große Durchbruch der steirischen Sopranistin (das ist jemand, der eine sehr hohe Stimmlage, Sopran, singt). Der wirkliche Durchbruch erfolgte aber schon vor einiger Zeit. Und das ist wirklich beachtlich, weil Sieglinde Feldhofer noch so jung ist. Auf der Bühne aber wirkt sie wie ein jahrlanger Profi. Ein Profi inklusive Gänsehautfaktor. Weil, wenn sie in Engelbert Humperdinck's "Hänsel und Gretel" mit ihrem Bühnenbruder "Abends will ich schlafen gehn" singt, dann steht die Welt für einen Moment ganz still. So schön ist das. 

Mit uns sprach sie über ihre Wünsche, die Dankbarkeit über alles, was sie erreicht hat und noch vieles mehr. 

Interview

K4K: Wann ist der Wunsch aufgekommen, Sängerin zu werden?
SF: Definitiv nicht mit der Bürste vor dem Spiegel. Eigentlich ganz lange nicht. Polizistin hätte mich sehr interessiert. Ich habe alles immer hinterfragt und war sehr neugierig auf alles. Musik war aber immer da, das war etwas Natürliches bei uns zuhause. Auch das Üben des Instruments war nie ein "müssen", sondern sie war da und ich hab einfach gerne gespielt.
Mein Glück war, dass ich im Vorbereitungslehrgang drangekommen bin und meine damalige Lehrerin mich dort hin geschickt hat. Da hab ich angefangen, mich für Opern zu interessieren. Ich habe gemerkt, dass man diese wunderbaren Meisterwerke zu Leben erwecken kann, ihnen seine eigene Stimme leihen kann - es gibt doch nichts Schöneres auf der Welt.

 

Ich habe gemerkt, dass man diese wunderbaren Meisterwerke zu Leben erwecken kann, ihnen seine eigene Stimme leihen kann - es gibt doch nichts Schöneres auf der Welt.


Noch vor meinem ersten Diplom im Studium bin ich gleich an der Grazer Oper drangekommen. Es war ein allgemeines Vorsingen für das Opernstudio. Ich bin als Vorletzte drangekommen und musste drei Stunden warten.
K4K: Wie nervös sind Sie in solchen Situationen?
SF: Nicht wirklich nervös. Ich wusste immer, was ich kann und was ich nicht kann. Ich machte die Sachen, so gut ich sie konnte.
K4K: Hat niemand in der Schule das Talent der Sieglinde Feldhofer entdeckt?
SF: Ich hab eigentlich nie gesungen. Vorsingen war mir einfach viel zu persönlich. Im Maturajahr habe ich um eine Rolle in einem Musical gebeten und alle waren total überrascht, dass gerade ich singen wollte.
K4K: War das ein Vorteil für Sie, dass Sie erst so spät mit der Karriere begonnen haben?
SF: Das ist schwer zu sagen. Natürlich haben Kolleginnen schon seit Jahren Stimmbildung, aber für mich war das genau der richtige Weg. Meine Persönlichkeit konnte langsam mitwachsen.
K4K: Haben Sie die Klassik immer schon interessant gefunden oder ist das erst zu einem späteren Zeitpunkt gekommen?
SF: Ich habe ja Geige gespielt und dort schon früh klassische Stücke kennengelernt. Eigentlich hab ich mir damals schon gedacht, dass das eine unglaublich schöne Musik ist.
K4K: Was war die erste Oper in Graz?
SF: Die Zauberflöte, ein Traum zum Einsteigen. Die ganze Familie kam und war dabei.
K4K: Wie gut gefällt Ihnen die Oper „Hänsel und Gretel“?
SF: Ich finde die Musik so schön, und dass ich sie auch noch singen darf, da fühl ich mich manchmal wie im Himmel.
K4K: Sie singen aber auch gerade die Eliza Doolittle in „My Fair Lady“. Was liegt Ihnen mehr?
SF: Ich singe momentan viele liebliche, nette Rollen und versuche, ein bisserl da herauszukommen. Bei meinem neuen Musical „Carousel“ habe ich eine ganz andere Rolle – eine Frau, die sehr viel ertragen muss. Das finde ich dann toll, solche Herausforderungen.
K4K: Wie schaffen Sie es, immer die Leistung zu bringen, immer organisiert zu sein und verschiedene Rollen gut zu spielen?
SF: Meine Gesangslehrerin ist meine Mentorin, die mir wirklich sehr hilft. Bei ihr fühle ich mich in sehr sicheren Händen. Mit ihr entscheide ich auch, welche Rollen ich annehme.
K4K: Welche wird abgelehnt?
SF: Eine Rolle, die nicht zu meiner Stimmentwicklung passen könnte. Die Gretel war eine große Entwicklung, weil es eine große lyrische Hauptrolle ist. (lyrischer Gesang bedeutet, dass man schon etwas schwierigere Rollen singen kann).
K4K: Wie sieht das Leben außerhalb der Opernmauern aus?
SF: Ich mach keine super spannenden Sachen wie Bungee Jumping oder so, aber ich versuche, normale Dinge in meiner Freizeit zu machen. Mein Freund ist auch in diesem Beruf und wir machen viel gemeinsam und versuchen auch, nicht immer über unsere Arbeit zu sprechen.

Ich mach keine super spannenden Sachen wie Bungee Jumping oder so, aber ich versuche, normale Dinge in meiner Freizeit zu machen.


K4K: Wie gehen Sie mit Kritik um?
SF: Ich weiß, wo ich nicht so gut bin und wo ich mich verbessern kann. Ich habe auch Leute, die mir sagen, wenn etwas nicht so gut war. Kritiken lese ich, sie stören mich nicht so sehr. Es ärgert mich, wenn über das Aussehen von einer Sängerin gelästert wird in einer Kritik, da frage ich mich, was das mit dem Singen zu tun hat.
K4K: Haben Sie eigentlich nur mehr Freunde aus dem Künstlerkreis oder haben Sie auch „Normalofreunde“?
SF: ich hab noch viele Freunde aus meiner Studentenzeit, mit denen rede ich über ganz andere Dinge, das kann sehr spannend sein.
K4K: Freuen Sie sich eigentlich jeden Tag darüber, dass sie schon so viel im Leben erreicht haben?
SF: Jeden Tag. Ich bin unendlich dankbar dafür und sehe es nicht als selbstverständlich.
K4K: Glauben Sie, dass das Leben von jungen Menschen durch Musik positiv beeinflusst wird?
SF: Auf jeden Fall. Ich wollte als Kind jedes Instrument lernen und auch irgendwann zuhause haben. Musik ist so ein schöner Teil im Leben eines Menschen, das sollte jeder kennen lernen.

 

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