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Die Operette

"Operette" bedeutet eigentlich "kleine Oper". Was soll das heißen, "kleine Oper"? Ist sie dann kleiner geschrieben oder kürzer? Gibt es weniger Noten oder ist das Publikum jünger?

Zu Beginn ihrer Zeit war die Operette wirklich viel kürzer als eine Oper, oft bestand sie überhaupt nur aus einem Akt (die Opern werden in "Akte" unterteilt, jeder Akt stellt einen Handlungsabschnitt dar). Die Handlung einer Operette war auch immer lustig und singende Schauspieler konnten die Rollen singen. Man brauchte keine "richtigen" Opernsänger.

Foto: © Salzburger Marionettentheater
Der Begriff "Operette" wurde aber auch verwendet, um Unterschiede in der Qualität zu beschreiben. Frankreich und Italien fühlten sich lange als "bessere" Musikländer und taten alles Deutsche als "kleine Oper" ab. Unglaublich, aber sogar Mozarts "Entführung aus dem Serail" galt anfangs als Operette.

Viele Operetten waren ursprünglich kurze Werke, deren Inhalt für Menschen mit anständigem Benehmen nicht geeignet war.

1855 eröffnete der große deutsch/französische Komponist Jacques Offenbach ein eigenes Theater, wo nur diese Musikform aufgeführt wurde. Sein Publikum bestand aus den Menschen der Pariser "Halbwelt", eher zwilichtige Gestalten. Offenbach machte sich auch einen Spaß daraus, Menschen und Lebensumstände lächerlich darstellen zu lassen.

In Österreich fand die Operette um das Jahr 1860 Einzug. In Wien schrieben Komponisten wie Karl Millöcker oder Johann Strauß ihre Werke für die begeisterten Menschen. Von der Pariser Halbwelt war das Wiener Publikum weit entfernt - sogar die Kaiserfamilie fand sich oft ein, um diese heitere Musik zu hören. Der Wiener Walzer durfte natürlich in den Stücken kaum fehlen! Die Wiener wollten sich auch nicht den sündenhaften Inhalten der Franzosen widmen, sie strebten nach Helden, Moral und Anstand in der Operette.

Mit dem Erscheinen der Schallplatten oder des Kinos wurde die Operette in den Hintergrund gedrängt. Es fanden zwar noch Aufführungen im Stile der Operetten statt, man nannte sie aber fortan "Singspiele".  Auch Musicals wie "My Fair Lady" fanden immer mehr Zuspruch, obwohl diese sich doch oft aus dem Stile der Operetten entwickelt hatten.

Mit der Zeit, während der die Operette fortwährend bestand, aber keine große Rolle spielte, wurden die Entwicklungen in die Musik und die Handlung eingebaut. Jazz wurde ebenso eingebaut wie Marschklänge, die in Amerika besser ankamen als der 3/4 Takt des Walzers.

Als die Nationalsozialisten an die Macht kamen (ab 1938) mussten alle "fremden" Elemente wieder gestrichen werden, jüdische Komponisten oder sogenannte "Niggermusik" durfte ab sofort nicht mehr aufgeführt werden.

Heute werden Operetten zwar in Österreich noch sehr gerne gespielt, ihnen werden eigene Operettenfestivals ausgerichtet (Mörbisch, Bad Ischl...), weltweit hat die Operette ihren Erfolg von früher nie mehr wiederherstellen können.

 

 

 
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