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Was ist ein Orchester?

Orchester Grazer Oper
Ein Orchester ist eine Gruppe von Musikern, die nicht singen, sondern ein Instrument spielen. Je nachdem, welche Stücke gespielt werden sollen, unterscheidet man in der Klassik zwischen einem Sinfonieorchester (da spielen 50 bis 100 Musiker) und einem Kammerorchester (das ist viel kleiner mit nur 10 bis 20 Musiker).

Wie ist nun das Orchester entstanden?

Im Mittelalter und in der Renaissance gab es noch keine festen Ensembles. Kompositionen nur für Instrumente (Instrumentalkompositionen) waren nicht wirklich geschrieben worden, man spielte jedoch Vokalkompositionen (Gesangsstücke). Die Begleitung der Vokalkompositionen war frei, das heißt, jedes Mal änderte sich die Zusammensetzung der begleitenden Instrumente.

Im Barock bildeten sich dann erste Ensembles. Immer noch gab es große Unterschiede, wie viele Stimmen und welche Instrumente eingesetzt wurden. Man unterschied aber schon zwei Spielgruppen: die sogenannten Fundamentinstrumente, also die tiefen Streicher oder Bläser und andererseits die Melodieinstrumente, also die, die die Melodie spielten (Violine, Flöte, Oboe etc.). Geleitet wurden die Formationen vom Kapellmeister, der auf dem Cembalo spielte.
Der französische Hofkomponist Jean-Baptiste Lully führte ab 1650 einige bedeutende Veränderungen ein, indem er eine sehr genaue Spielweise und das äußerlich einheitliche Auftreten seiner Musiker forderte. Sein Herrscher, Ludwig der XIV, war typisch für die damalige Zeit ein Vertreter des Adels, der sich gerne mit einem eigenen Orchester schmückte. Er konnte sich ein großes Orchester leisten. An anderen Höfen hing die Stärke des Orchesters von den finanziellen Möglichkeiten des Herrschers ab.

Die klassischen Orchester, wie wir sie heute auch kennen, entstanden rund um die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts. Violine, Viola, Cello, Bass, Oboe, Flöte, Horn, Trompete und Pauke waren die Instrumente, die schon einen fixen Platz im Orchester hatten. Die Zahl der Musiker jedoch war noch weit weniger als heute.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich auch eine Konzerttradition. Orchester verließen die adeligen Höfe und gutbürgerlichen Häuser und begannen, für Akademien oder privat organisierten Konzertgesellschaften zu spielen. Es gab noch keine Publikumsreihen, die Zuhörer konnten sich frei bewegen und je nach Lust und Laune sitzen oder stehen.

In der Romantik wuchs das Orchester in seiner Größe. Komponisten fingen an, Stücke für eine große Orchesterbesetzung zu schreiben. Neue Instrumente wurden eingeführt, zum Beispiel der Amboss unter Richard Wagner. Die Streicher hatten bis dato die vorherrschende Rolle, was sich änderte, da auch die Bläser wichtiger und den Streichinstrumenten gleichgestellt wurden.

Eine bedeutende Veränderung im 19. Jahrhundert war zudem, dass die Instrumentengruppen im Orchester ihre fixen Plätze bekamen. Die Violinen saßen rechts und links des Dirigenten und die Violoncelli halb in der Mitte, dahinter die Kontrabässe.

Ab dem 20. Jahrhundert begann man, ungewöhnliche Orchesterinstrumente einzuführen. Die Möglichkeit, die Welt zu bereisen brachte auch die Möglichkeit mit sich, neue Instrumente in ein Orchester mitzubringen. Becken und Gongs aus Asien, Trommeln aus Südamerika und Afrika und vieles mehr. Musik wurde zu einem Experiment.

 
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