Vogel
Startseite
Vogel
Über Klassik4Kids
Das Projektteam
Komponisten
Epochen
Instrumente
Oper4Kids
Musiklexikon A-Z
Veranstaltungen
Musikschulen
Musikunterricht
Musikbedarf
Veranstaltungen
Videos
Erklär mir ...
Made in Styria
Fragebögen
Newsletter

Das Büchlein, das den Takt vorgibt

Die Frage, ob der Text oder die Musik in der Oper mehr Bedeutung haben sollte, beschäftigt Wissenschafter seit Jahrhunderten. Seltsam eigentlich, wo es in der Oper doch um Musik geht. Wolfgang Amadeus Mozart hat einmal gesagt: „bey einer opera muß schlechterdings die Poesie der Musick gehorsame Tochter sein“ und meint damit, dass der Text sich an die Musik anpassen sollte. 

Schon ganz zu Beginn der Oper, das war immerhin vor ungefähr 400 Jahren, spielte der Text für die Oper eine wichtige Rolle. Der Komponist, also der, der die Musik schreibt und der Librettist, der den Text verfasst, mussten sehr eng miteinander arbeiten. Das war nicht immer einfach, da meist beide Männer (es waren fast immer nur Männer in der Geschichte) sich sehr wichtig nahmen und ihre Kunst in den Vordergrund stellen wollten. Der Librettist konnte aber auch mithelfen, eine Oper zu einem großen Erfolg zu machen. Mozart beispielsweise hat drei Opern geschrieben, die von einem Italiener namens Pietro da Ponte den Text erhielten. Noch heute sind die drei Opern als die "Da Ponte-Opern" bekannt. Es sind "Die Hochzeit des Figaro", "Don Giovanni" und "Così fan tutte".

Lorenzo da Ponte
Manche Komponisten waren so begabt, dass sie die Texte für ihre Opern selber verfassten. Einer der berühmtesten "Universalkünstler", wie man diese Menschen dann nennt, war Richard Wagner. Er erfand aber die Geschichten nicht selber, sondern nahm sie beispielsweise aus den berühmten "Nibelungensagen". Sehr oft wurden bekannte Geschichten aus der Literatur (damit meint man das, was geschrieben wurde - meist in Büchern) übernommen. So schrieb der große englische Dichter William Shakespeare einige Bücher, die dann von Komponisten als Opernstoff übernommen wurden: "Otello" und "Macbeth" ( vertont von Giuseppe Verdi) oder "Sommernachtstraum" (vertont von Benjamin Britten) sind Beispiele dafür.

Otello um 1950
Die Libretti waren aber nicht nur für den Komponisten wichtig, damit er seine Musik rund um den Text herumbauen konnte, sie dienten auch dazu, dass die Zuseher während der Oper verstanden, worum es ging. Früher gab es noch keine Laufschriftbänder, an denen man mitlesen konnte, was die Sänger auf der Bühne gerade von sich gaben. Interessierte konnten vor der Vorstellung ein Textbüchlein und eine Wachskerze kaufen und so genau verfolgen, welche Handlung gerade stattfand. Den Librettisten ermöglichten die Textbüchlein, sich ein wenig Geld dazuzuverdienen. Auch nicht schlecht!

 

 
Zurück zur Übersicht